Stephans Geburtstagsparty …oder ein Partygast bringt (fast) Ungemach

Ein Fest sollte es werden, eine rauschende Party mit viel Spiel, Spaß und Spannung. Nun, ich hatte Stephan nicht zu viel versprochen, wie sich später noch herausstellen sollte. Wir trafen uns zu diesem Feiertag extra mit Mike und seiner süßen Fussel-Truppe zum Spaziergang, der uns auf das „Party-Gelände“ führen sollte. Als wir uns trafen, gab es erstmal ein großes „Hallo“ und „Alles Gute zum Geburtstag“-Begrüßung von allen Hunden, so wie es sich es unter anständigen Hunden gehört.

Am Gelände angekommen, folgte, so wie immer das obligatorische Anlegen der Maulkörbe, damit es im „Eifer des Gefechtes“ zu keinen Verletzungen kommt. Als ich gerade damit fertig war und meine Kamera richten wollte, bemerkte „Türsteher“ und Security-Galgo Charlie, dass sich etwas im Gebüsch bewegte. „Geburtstagskind“ Stephan richtete ebenfalls seine Öhrchen auf und als bald wussten alle Party-Gänger, dass da etwas „im Busch ist“. Stephans Interesse stieg allmählich immer mehr, er wollte wissen, wer sich unerlaubterweise auf seine Party geschlichen hatte.

Da Mike noch nicht ganz fertig war mit dem Anlegen der Maulkörbe, ging ich mit denen noch angeleinten Stephan und Whitney auf die Suche, wer denn auf der Party den Überraschungsgast spielen wollte. Und siehe da….kaum zehn Meter gelaufen, flüchtete der Gast auf ein Mal aus dem Gebüsch und raste über den Platz. Ein Feldhase hatte sich auf das Gelände geschlichen und gottseidank haben wir ihn bemerkt, bevor die Windhund-Party startete. Stephan war ausser sich….und wollte sein „eingebildetes Geburtstagsgeschenk“ in Empfang nehmen, doch die Leine hinderte ihn natürlich daran.

Ich schrie Mike in höchster Eile zu, dass der Überraschungsgast ein Hase sei und er noch nicht ableinen soll. Nun, wir wollten uns durch „Meister Lampe“ natürlich nicht die Feier vermiesen lassen und spürten ihn abermals auf, immer mit dem Gedanken: wenn er hier hineingekommen ist, wird er wohl auf wieder einen Weg nach draussen finden, bevor es ihm durch die „Feiernden“ an den Kragen geht. Und tatsächlich…. jetzt wo wir ihn so intensiv suchten, sprang er abermals aus einem Gebüsch und verschwand wieder auf der anderen Seite vom Platz.

Stephan war ganz aus dem Häusschen und verstand so gar nicht, warum er sein „Geburtstagsgeschenk“ nicht in Empfang nehmen durfte. nach einigen Suchrunden stellten wir aber fest, dass der „Langohrige“ das Party-Event verlassen haben musste. Es ist ihm wohl zu aufregend geworden und glaubt mir…nicht nur für ihn, auch uns trieb das ganze „Hasen-Theater“ den Puls in die Höhe. Als sich die Hunde wieder beruhigt hatten und wir ganz sicher waren, dass „Meister Lampe“ auch ganz sicher verschwunden war, ließen wir den Windis freien Lauf.

 

Wir hatten richtig Glück, dass alle Hunde noch angeleint waren und haben aus dieser Situation gelernt, dass wir ab jetzt immer sehr penibel alles absuchen, bevor abgeleint wird. Das Gelände ist nicht riesig, eingezäunt und recht übersichtlich. Die Windhund-Gang gaben dann erstmal richtig Gas und genossen ihre Freiheit.

Als Höhepunkt der Party wurde ein Wettbewerb gestartet, wer beim Rennen die besten Haltungsnoten erhält und die spektakulärsten Sprünge absolviert und gewonnen hat: Galgo Luiz

Anbei die Fotos mit den besten Haltungsnoten:

Leider verletzte sich Stephan kurz vor Schluß noch an der hinteren Pfote, die ziemlich blutete. Da wir aber immer gut ausgerüstet sind mit Verbandsmaterial, wurde die Pfote gesäubert und verbunden. Das passiert uns immer wieder Mal, bei dem Tempo reicht ein Stöckchen oder Wurzeln, dass sich die Windhunde etwas an den Pfoten aufreißen. Stephan wollte dann gestern Abend mit der Verletzung nicht mehr hinaus, also bin ich allein mit Whitney die kurze Abendrunde gelaufen. Heute ist von der Blutung schon nichts mehr zu sehen und die Pfote belastet er auch schon wieder richtig. Ihr seht…das war gestern ein richtig aufregender Tag, bei dem ich mir schon anhören musste, dass wir den Hasen mit Absicht, sozusagen als Geburtstagsgeschenk, auf das Gelände gelassen hätten. Na klar doch….

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Happy Birthday Stephan ❤

Stephan hat heute Geburtstag und feierte mit Whitney und seinen Windhund-Kollegen Charlie, Luiz, Choco und Emilio eine rauschende und aufregende Hundeparty. Wir sind extra auf ein eingezäuntes Gelände gegangen, damit, so wie es sich für Windhunde gehört, mal so richtig gerannt, gesprungen und rumgealbert werden kann.

Als wir das Gelände erreichten und die Party starten sollte, bemerkten wir, dass sich ein unerwünschter Gast auf die Party eingeladen hatte, mit dem wir so gar nicht gerechnet hatten. Nur soviel….dieser Gast brachte die Meute zum „Tanzen“ und etwas Aufregung in diesen besonderen Tag. Mehr dazu und die gemachten Fotos morgen hier im Blog.

Was lange währt, wird endlich gut

So, nun ist es doch passiert. Eigentlich konnten wir gar nicht anders als versagen bei dieser Frohnatur von Galga, wir gehören nun offiziell zum Club der Pflegestellen-Versager. Whitney oder auch Winney (liebes Grüßle an Denise 😉) hat uns mit ihrer lieben und fröhlichen Art um den Finger gewickelt, uns sozusagen das Herz gebrochen.

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Nun stehe ich als Schreibling dieses Blogs vor einem Dilemma. Wie soll es hier weitergehen? Der Blog war ja nur auf Stephan ausgerichtet und nun musste schnellstens ein neuer Name her oder vielleicht sogar ein ganz neuer Blog? Das werde ich die nächsten Tage entscheiden, wie wir hier weiter verfahren. Vielleicht lasse ich den vorhandenen „Stephan-Blog“ einfach stehen und verlinke von dort auf einen neuen Blog. So bleibt alles Geschriebene und alle Fotos erhalten.

Die letzten Tage waren aufregend, jetzt wo wir nun vollständig sind und entschieden haben, dass Winney-Maus bei uns bleibt, ist auch mir innerlich wohler. Jetzt stellen sich sicherlich einige die Frage, warum wir so lange gewartet haben. Das ist auch ganz einfach zu beantworten. Es handelt sich hier um ein Lebewesen, das Bedürfnisse hat und ist nicht irgendein Gegenstand, den man sich einfach mal kauft. Wir schauten erstmal ob wir ihr auch wirklich gerecht werden können. Whitney ist anders als Stephan, wir mussten erst einmal warten ob die beiden sich anfreunden und wie sich Whitney bei uns entwickelt. Sie ist definitiv ruhiger geworden, ausgeglichener, was nicht heißt, dass sie ihr Temperament verloren hätte.

Mit Stephan versteht sie sich bestens. Anfangs war es nicht die große Liebe, sie haben sich kaum beachtet. Ein bisschen Eifersucht war natürlich auch immer mal dabei, vor allem beim Schmusen. Es hat sich aber in letzter Zeit in die richtige Richtung entwickelt. Das ist so wunderbar. Obwohl sie doch recht unterschiedlich sind, ergänzen sie sich irgendwie und passen gut zusammen. Ich werde bald mehr berichten über die lustige Whitney und den souveränen Stephan und euch mit witzigen Geschichten auf dem Laufenden halten. 

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Fotos vom Foto-Shooting bei piczworld-Fotografie demnächst mit einer Story im Blog, wirklich sehr empfehlenswert

Als nächstes Highlight folgt übermorgen Stephans Geburtstag. Geplant ist eine große Windhund-Party mit Hundekuchen und einem Clown als Animateur. Das werde wohl ich sein 😄.

Frohe Weihnachten und besinnliche Festtage…

wünschen Euch allen Stephan, Whitney, Lena und meine Wenigkeit. Wir hatten ein tolles Jahr 2018, in dem Stephan der Freilauf gewährt wurde, wir erlebten einen wunderschönen Nordsee-Urlaub und hoffen auch für das Jahr 2019 auf solche schönen und glücklichen Momente. Jetzt im Januar feiern wir erstmal Stephans Geburtstag und dann schauen wir mal, wie es mit Whitney weitergeht 😍😉.

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Mensch Steff…sei doch nicht so naiv!

Bei uns wird es nie langweilig und schon gar nicht, seit „Lady Gaga“ bei uns wohnt. Das ist der neue Spitzname für Whitney und wir finden, er passt wirklich gut zu ihr, denn manchmal ist sie einfach „gaga“ und hin und wieder werde ich durch sie „gaga“.

Sie ist eine Meisterdiebin, wie ich es vor ihr noch nie erlebt habe. Man muss immer auf der Hut sein und wenn man denkt, ach da passiert schon nichts, hat man schon falsch gedacht. Normalerweise sollte man ihr Handschellen anlegen, sobald man ihr den Rücken kehrt, damit wäre man wohl auf der sicheren Seite 😄. Stephan dagegen ist ein absoluter Musterschüler, der wohl als Schüler in einer Schule der Streber wäre. Vor kurzem bin ich mit einer Einkauftüte voller Leckerlies und Trockenfleisch nach Hause gekommen. Frauchen hatte mich kommen hören und war so „clever“ und ließ die zwei verfressenen Fellnasen zur Haustüre heraus, damit sie mich begrüßen können. Also stellte ich die Einkaufstüte auf den Gartentisch, nahm eine Packung heraus, öffnete sie, entnahm zwei Stück Trockenfleisch und rannte damit los auf die Wiese. Ich schaute noch kurz neben mich und beide Hunde rannten mir hinterher, als ich dann auf der Wiese stand, war es nur noch einer. Whitney hatte die Rennerei nur angetäuscht, ist stehengeblieben, umgekehrt und machte sich nun über die ganze Tüte Trockenfleisch her. Stephan und ich schauten uns gemeinsam an und konnten es nicht glauben, welch Schlitzohr doch Whitney ist. Da mir so etwas jetzt schon mehrmals passiert ist, werden nun alle Sachen vorher gesichert.

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Die liebe „Lady Gaga“ hat aber noch mehr Tricks auf Lager. Der Platz auf dem Hundebett, dass an der Heizung steht, ist heißbegehrt bei den Galgos. Wenn nun schon der Platz durch Stephan belegt ist, gibt es für Whitney nur zwei Möglichkeiten: sich daneben quetschen oder Stephan mit einem Trick in die Küche locken. Stephans Aufmerksamkeit erregt man am besten dadurch, dass man den Kopf in irgendeine Tüte oder in meinem Arbeitsrucksack steckt und damit ein Geräusch erzeugt. Sobald er sich in der Küche befindet, läuft die Lady mal locker flockig an ihm vorbei und legt sich auf das Hundebett an der Heizung. Mensch Stephan….sei doch nicht so naiv, bei Frauen muss man mit allen Tricks rechnen! So richtig leid tut er mir, wenn er einen Teil seines angefressenen Büffelohrs auf dem Bett deponiert hat und dann nicht nur seinen Platz verliert sondern auch seinen Kauartikel. Lady Gaga wäre ja nicht Lady Gaga, wenn sie nach dem Platzgewinn nicht auch noch genüsslich an dem Büffelohr nagen würde 😉. 

Stephan hat vielleicht nicht solche Geistesblitze, er nutzt eben seine Vorteile aus….immer zu seiner Zeit. Wenn im Garten Leckerlies verstreut werden, hat Whitney nicht den Hauch einer Chance gegen diese Staubsauger-Nase. Bevor sie sich besinnt, hat Steff alles im Rekordtempo gefunden, er macht das mit einer absoluten Besessenheit und Präzision. Seine Vorteile nutzt er natürlich auch beim Spazieren, wenn er ohne Leine laufen darf. Letztens starteten auf dem Fluss ein paar Enten zum Flug. Steff Le Chef nutzte seine Chance und rannte parallel zum Fluss den Enten hinterher und wenn ich „rannte“ schreibe, dann meine ich im absoluten Fullspeed Galgotempo. Whitney hatte an der Leine das Nachsehen und beobachte Stephan und die Enten, bis sie nicht mehr zu sehen waren. Früher wäre mir der Angstschweiss auf der Stirn gestanden, mittlerweile weiss ich, dass Stephan einige Augenblicke später wieder glücklich hechelnd neben mir steht.

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Vor einigen Tagen haben wir auf einen unserer Spaziergänge eine wunderschöne Grisettlerin-Galga namens Mara samt Frauchen getroffen. Es ist immer schön, Vierbeiner aus dem selben „Stall“ zu treffen, auch wenn Mara nicht unbedingt Kontakt zu uns suchte. Wie ich erfahren habe, hat sie ihren ganz speziellen Spiel -und Rennfreund, mit dem sie super gut auskommt. Stephan hat diese auch, namentlich Charlie, Luiz und Choco aber er kommt auch auf den Spaziergängen mit den meisten anderen Hunden klar wie zum Beispiel mit einem  Whippet-Rüden, mit dem gleich ein Wettbewerb startete, wer wohl der Schnellere der beiden ist. Auch treffen wir immer wieder Galgos speziell an der Langen Erle. Hiermit senden wir einen ganz lieben Gruß an die Schweizer Familie mit den schönen Galgas. Auch mit einer von ihnen musste Stephan mal so richtig Gas geben.

Ich hoffe, dass das Gebiet dort weiterhin genutzt werden kann, um mit seinen Hunden leinenlos zu laufen, es ist nämlich im Gespräch, das dies bald verboten werden könnte. Das wäre eine Katastrophe, denn es ist einer der wenigen Orte, wo Steff Freilauf genießen darf und sich die langen Grünflächen entlang des Flusses „Wiese“ hervorragend eignen zum flitzen.

Eifersüchtig ist der Herr auch schon geworden. Wenn Whitney-Maus mal eben zum Schmusen kommt und ihren Kopf gegen meinen Körper drückt, steht Steff auch parat und tut das selbe. Somit werde ich dann von zwei Seiten beschmust, das artet manchmal richtig aus und wird vor allem auf der Couch zum „Kampf-Schmusen“. Zum Abschluss bekommen beide immer mal eine Ohren-Massage…welch ein Genuss 😄.

Herzhaft lachen musste ich gestern, als Stephan mit seinem Leckerlie-Ball in der Küche spielte und dieser unter Whitney hindurchrollte und was macht Stephan? Er wollte dem Ball hinterher und lief einfach unter Whitney hindurch…Sachen gibt’s…😆.

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Ein Erlebnis nicht so positiver Art möchte ich auch nicht vorenthalten und ehrlich gesagt , hatte ich auch Glück dabei, dass nichts passiert ist. Wir waren auf einen unserer Spaziergänge und unterwegs fing es an zu regnen. Gerade als wir einen ziemlich steilen Weg bergab liefen, rannten direkt vor uns fünf Rehe über den Weg, die ich leider später bemerkte als meine zwei Galgoletten, da ich gerade in dem Moment nach unten schaute, weil mir der Regen in die Augen lief. Wenn ein Galgo in die Leine springt ist das schon eine Wucht, bei zwei Galgos bedeutet das doppelte Power, dazu noch an der fünf-Meter Schleppleine und das ganze steil bergab. Ich konnte sie halten aber sie zogen mich beide den Berg herunter und ich dachte kurz, ok….jetzt sagen wir gemeinsam den Rehen „Hallo“. Ich konnte sie mit angespannter Beinmuskulatur und mit ganz kleinen Schritten bergab nach ca. zwanzig Metern stoppen, doch der Schreck war groß. Wir sind dort schon so oft gelaufen, doch Rehe hatte ich noch nie gesehen. Was lernt man daraus? Rechne immer mit allem möglichen und unmöglichen ….😉.

Whitney, ein Fräulein zum Verlieben

Whitney ist nun seit sechs Wochen bei uns und hat sich gut eingelebt und zwar so gut, dass wir gemeinsam beschlossen haben, sie weiter bei uns zur Pflege zu behalten. Sie hat einem mit ihrer lieben Art die Entscheidung erleichtert. Stephan ist auch nicht abgeneigt, er versteht sich gut mit ihr und hat mit ihr auch einen Partner zum rennen.

Anfangs konnte Whitney mit Stephans grober und rüdenhaften Art nichts anfangen und war regelrecht eingeschüchtert. Sie blieb auf der Hundewiese nach einer kurzen Jagd einfach stehen und bewegte sich nicht mehr vom Fleck. Beim zweiten Versuch eine Woche später sah alles schon anders aus. Stephan spielte den Hasen und Mikes Galgo Charlie und Whitney jagten ihn. Das war einfach wunderschön alle miteinander rennen zu sehen. Allerdings muss Whitney nach dem „Galgo-Sport“ sofort wieder an die Leine, sonst versucht die  Lady die aufregende Welt allein zu erkunden.

Ein gemeinsames Hobby haben die beiden auch schon gefunden: Enten (ver)jagen! Das macht den beiden enorm viel Spaß und sie arbeiten regelrecht im Team zusammen. Sobald einer Enten sieht, wird der andere darauf aufmerksam und schon „geht die Post ab“. Meistens startet Stephan (ohne Leine) und Whitney samt meiner Wenigkeit am anderen Ende der Leine rennen hinterher. Ich muss ja schließlich mitrennen, denn den Spaß sollen beide haben. Da die Enten entweder wegfliegen oder im Wasser verschwinden, ziehen sowieso beide den kürzeren und stehen schlussendlich schwanzwedelnd am Flussufer, dem flüchtenden Geflügel hinterherschauend. Einmal musste es Whitney etwas übertreiben und landete mit allen vier Pfoten im Wasser. Ihr Glück war der niedrige Wasserstand, sonst hätte sie das Schwimmabzeichen in Gold machen müssen 😄.

Leider hat es die Lady beim Herumtollen im Garten etwas übertrieben und ist mit ihrer Kralle zwischen zwei Waschbetonplatten hängengeblieben, so dass die Kralle im Krallenbett leicht eingerissen ist. Da sich das Ganze dann auch noch etwas entzündete, musste sie mit Stephan zum Tierarzt. Während die Tierärztin Whitneys Pfote in einen dicken Salbenverband einwickelte, wickelte gleichzeitig Whitney die Ärztin um den Finger. Sie war so entzückt von ihr und das ist bei ihrer Art auch kein Wunder 🤗. Kollege Stephan war auch mit in der Tierklinik, da wir nochmal ein großes Blutbild brauchten und gleichzeitig den Leishmaniose-Titer testen wollten. Seine Blutwerte sind absolut in Ordnung und der Leishmaniose-Titer hat sich mittlerweile halbiert. Er ist aber immer noch zu hoch, um die Allopurinol-Tabletten abzusetzen. Wir sind jetzt so verblieben, dass wir demnächst über den Urin die Nieren kontrollieren und wenn da alles in Ordnung ist, werden wir in drei bis vier Monaten nochmal den Titer kontrollieren lassen, in der Hoffnung, dass er bis dahin im grünen Bereich ist. Beide haben sich in der Klinik hervorragend geschlagen und sich ein großes Lob von der Ärztin und meinerseits eingeheimst. Durch die Krallenbettentzündung (die mittlerweile wieder abgeklungen ist) hat Whitney leider Rennverbot, bis die Kralle weiter herausgewachsen ist und nicht wieder eine Entzündung entsteht.

Das ist für die temperamentvolle Dame natürlich ein Skandal höchster Güte, denn es gibt für die Maus nichts Schlimmeres, als das sie in ihrer Bewegung eingeschränkt wird. Neues erleben, entdecken, springen, herumtollen, nach Mäusen graben und rennen….das ist Whitneys Welt. Sie muss körperlich und geistig ausgelastet werden, sonst kommt sie zu Hause auf dumme Gedanken 😉. Ein paar Beispiele gefällig? Da wird eben mal im „gelben Sack“ (für Nichtdeutsche: Aufbewahrungssack für Plastikabfälle) gewühlt, der sich in einer Tonne befindet oder sie springt wie ein Känguru auf der Couch herum und meint unter den Decken und Kissen Mäuse zu finden. Auch werden die Treppen im Haus einfach mal zur Rennbahn umfunktioniert und sie kommt mir bis ins 2.OG hinterhergerannt. Man muss auch immer alles verräumen, ansonsten kommt die „Putzfrau“ Whitney und verräumt alles auf ihre Weise 😄.

Stephan ist in dieser Hinsicht nicht so „anspruchsvoll“, er nimmt alles so wie es eben kommt und wenn draussen schlechtes Wetter ist, spielt er eben mit seinem Leckerlieball. Whitney tut sich irgendwie schwer mit dem Ball, sie versteht noch nicht so recht, welchen Sinn dieses Spielzeug hat. Sie lernt gerade, ihr Futter draussen im Garten zu erschnüffeln, umso öfters sie es macht, desto besser funktioniert es. Auch da ist Stephan ihr eine Nase voraus 😉, er liebt es zu schnüffeln und macht es in einem atemberaubenden Tempo. Nichts und niemand kann ihn in dem Moment ablenken, da kann es sogar anfangen zu regnen, zuerst wird fertiggeschnüffelt und dann wird ins Haus gestürmt. Das Gleiche ist auf den Wiesen und Feldern zu beobachten, er schnüffelt nach Rehspuren und sie springt von einem  Mauseloch zum nächsten.

Da Winney sehr temperamentvoll ist, wäre es das Beste für sie, wenn sie drei bis viermal in der Woche rennen könnte, kombiniert mit schönen Erkundungstouren im Wald. So würde man ihr wirklich gerecht werden. Sobald die Kralle etwas herausgewachsen ist, werden wir ihr dies gönnen, damit die temperamentvolle Lady ihre Energie abbauen kann.

Gestern hatten wir tolle Erlebnisse als wir an der „Langen Erle“ spazieren waren. Whitney sprühte nur so vor Energie und sprang voller Lebensfreude aber leider mit Schleppleine über die Wiese. Normalerweise animiert sie Stephan zum rennen, nur nicht an diesem Tag: das machte unfreiwilligerweise ein Graureiher. Steff beobachtet sie oft, ich kann ihn dann aber ablenken und ihn zurückrufen. Gestern war ich auf Whitney fixiert und passte kurz nicht auf. Schon rannte er auf den Graureiher zu und der hob in dem Moment schon ab. Ich ließ ihn rennen, denn ich wusste, dass Stephan keine Flügel wachsen und er auf jeden Fall zurückkommt. Wir verfolgten das Spektakel aus der Ferne und nach einer großen Ehrenrunde auf der Wiese stand Steff schon wieder hechelnd neben uns.

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Whitney mit neuem Mantel und im Hintergrund Stephan, der gerade von der „Graureiher-Jagd“ zurückkam

Whitney machte dann noch die Bekanntschaft eines sehr souveränen Terrier-Rüden, bei dem das Begrüßungsritual ganz ruhig und normal ablief, was mich natürlich riesig freute. Sie liefen dann ganz ruhig nebeneinander und erkundschafteten zu dritt die Gegend. Das sind diese Momente, die so wichtig für sie sind, damit sie ihre Unsicherheit ablegt. Wir arbeiten weiter daran, auch wenn es manchmal schwierig ist. Oft ist es ein Schritt nach vorn und zwei Schritte zurück, dann gibt es wieder Tage, da macht sie drei Schritte nach vorn. Für mich ist wichtig, das ich merke, dass es stetig vorwärts geht und wenn dies auch ganz langsam geschieht. Wir bemerkten schon sehr oft, dass es ihr hilft, wenn ich mit ihr im Sicherheitsabstand stehenbleibe und ich mich mit dem anderen Hundebesitzer unterhalte. Dann versteckt sie sich hinter mir und kommt dann ganz langsam neben mich, um ihre Gegenüber zu beobachten. Das ist doch schon mal ein Anfang….

Urlaubsgrüße von Whitney

Es wird Zeit mal eine Geschichte über unseren Feriengast zu schreiben. Whitney ist wieder bei uns und eine Geschichte würde eigentlich auch gar nicht reichen, ich könnte schon ein Buch über sie schreiben. Wenn manchmal ein Hundebesitzer sagt, es wäre egal ob man nun mit einem oder mit zwei Hunden spazieren geht, ist das nur zum Teil richtig. Klar, die Laufstrecke wird nicht mehr aber das Verhalten der Hunde ändert sich und wenn denn mal ein neuer, unerfahrener Hund zu einem Ersthund stößt, ändert sich so einiges. Das musste ich am eigenen Leib erfahren.

Stephan läuft eigentlich toll an der kurzen Leine, da nun aber neben ihm Whitney läuft, für die das Stadtleben mit samt den neuen Eindrücken so spannend ist, ist es ganz schön anstrengend. Der Herr möchte ab und an markieren und schön das Beinchen heben und Madame läuft dann eben mal zielgerichtet weiter oder entscheidet sich für die andere Richtung. Ihre ausgeprägte Sturheit sorgt ausserdem dafür, das es hin und wieder Karambolagen gibt. Sie meint nämlich, dass das Herrchen oder ihr männlicher Kollege aus Luft bestehen und läuft einfach in uns hinein. Sie weiss zumindest, was sie will und wohin sie will 😄.

Beim Laufen an der Schleppleine muss ich aufpassen, denn Stephan läuft an manchen Plätzen ohne Leine und da animiert sie ihn zum rennen. Zum Nachteil ist die lange Leine auch bei Whitneys Hund-Hund Problem, denn wenn sie einige Meter vor mir läuft und uns kommt ein anderer Hund entgegen, sieht sie ihn zuerst und meine Möglichkeiten sind in dem Moment sehr eingeschränkt. Ich kann auf das Problem viel besser eingehen, wenn sie in meiner Nähe ist oder noch besser neben mir läuft. Da in unserem Umkreis sehr viele Hunde leben und wir auch auf unseren Spaziergängen immer andere Vierbeiner treffen, sind wir mehr oder weniger gezwungen, uns mit ihrem „Problem“ auseinanderzusetzen auch was das Thema Katzen betrifft.

Die sind ganz besonders oft in unserer Nachbarschaft vertreten und ja, mit den Miezen hat sie definitiv ein Problem, gelinde ausgedrückt. Da wir ja das Verhalten Stephans Katzen gegenüber kennenlernen durften als er damals bei uns einzog, weiß ich, dass man an dem Thema sehr gut arbeiten kann. Stephan sprang damals auch wild in die Leine und jammerte. Seit er unsere Nachbarskatze persönlich kennenlernen durfte und auch die ein oder andere Katze gesehen hat, die nicht flüchtet sondern wie ein aufgeblasener Kung-Fu Kämpfer fauchend entgegen kam, weiß er auch um die Gefahren. Ich kann mich gut an einen kühnen Sprung in die Hecke erinnern, an das Fauchen und an Stephans Rückwärtsgang. Das war ihm eine Lehre. Whitney bellt und springt in die Leine, ihr fehlt eben die Erfahrung und das tägliche Training.

Auch Whitney hat schon den Sprung in die Hecke hinter sich, zum Glück ohne Katze, dafür aber in einen Dornenbusch im Wald. Puh, da war ich erstmal geschockt. Sie versuchte sich wieder zu befreien und blieb dann einfach stecken. Mir blieb schlussendlich nichts anderes übrig als sie am Geschirr zu packen und wieder herauszuziehen, denn auch ein Teil der Leine hatte sich um den Dornenbusch gewickelt. Dabei hat sie Glück gehabt und ist mit ein paar Kratzern glimpflich davon gekommen.

Whitney möchte überall dabei sein und ist für jeden Spaß zu haben. Allerdings musste ich ihr schon nach ein paar Tagen zeigen, dass ich der Chef bin und sie sich nicht alles erlauben kann. Sie ist sehr lernwillig und versteht ziemlich schnell, was sie darf und was nicht. Nach wenigen Tagen wusste sie bereits: am Essenstisch gibt es nichts zu suchen, der Keller ist für sie tabu, sie hat mit ihren Pfoten nichts auf der Küchenablage zu suchen und wenn Stephan frisst, ist der Bereich um ihn gesperrt (durch mich 😉).

Whitney ist eine äusserst liebenswerte und fröhliche Galga, die sich immer freut auch wenn ich nur mal für ein paar Minuten im 2.OG. verschwinde und zurückkomme, sie hat immer eine Freude, wenn sie ihre Menschen sieht 😍. Neulich musste sie mal früh morgens für ein Pipi in den Garten, beim Zurückkommen ist sie schwanzwedelnd beim schlafenden und nichtsahnenden Frauchen ins Bett gesprungen. Ups….das müssen wir noch üben, denn Frauchen quiekte kurz und wusste gar nicht wie ihr geschieht 😃. Doch ein kurzer Ruf genügte und Winney-Maus sprang wieder in ihr Hundebettchen im 1.OG. das direkt neben meinem Bett steht. Am nächsten Morgen, auf Nachfrage, wusste Frauchen schon gar nicht mehr, was da eigentlich geschehen ist.

Ihr Temperament unterscheidet sie auch von Stephan oder auch von Mikes Galgos. Doch genau das macht sie so liebenswürdig und einzigartig. Man muss mit ihr eben anders umgehen und sie vor allem beschäftigen, sei es kopfmässig oder körperlich. Manchmal bekommt sie ihre verrückten „Fünf-Minuten“, da springt sie eben aufgrund des schlechten Wetters auf der Couch herum und „tötet“ martialisch ihren Kauartikel 😁. Wo Whitney drauf steht ist eben auch Whitney drin. So einfach ist das.

Letztens waren wir zusammen mit Mike und seinen Galgos drei Stunden laufen und sind im Anschluss noch auf die Flitze-Wiese , damit Stephans, Chocos und Charlies Rest-Energie zur Neige geht. Die drei rannten und ich stand mit Mike, meiner Mutter, dem immer noch verletzten Galgo Luiz und Whitney auf der Wiese und schauten dem Schauspiel zu. Da kam mir doch die Idee mit Whitney und der Schleppleine. Ich wartete also bis die drei bis dahin noch rennenden Galgos fix und fertig auf der Wiese lagen und animierte Whitney an ihrer langen Leine. „Animieren“ hieß in dem Fall, dass ich wie ein Feldhase vor ihr rannte und sie mir hinterher. Leider bin ich mit meiner Figur und der Kondition als Feldhase vollkommen ungeeignet und so kam es, dass ich aufgrund der vielen Sprints vollkommen ausgelaugt stehenblieb und nicht mehr merkte, dass von hinten Whitney angerauscht kam. Sie zog zwar noch die Bremse aber es reichte nicht mehr und es kam wie es kommen musste: Whitney rannte mich einfach um und so lag ich nun wie ein Käfer auf dem Rücken auf der Wiese und machte mich zum Gespött der anderen, namentlich Mike und meine Mutter 😂.

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Die Whitney-Geschichte geht noch weiter…Das nächste Mal beschreibe ich euch weitere Unterschiede zwischen Stephan und Whitney, zum Beispiel wer schneller friert, wer den Regen mehr hasst, wer Frühaufsteher ist und wer lieber länger schläft. Auch erwähnenswert sind die gemeinsamen Hobbies wie die „Entenjagd“ oder das „Auslosen“, wer im Hundebettchen an der Heizung schläft 😉.